Welche Geschichte braucht die Zukunft?

Seit nunmehr 26 Jahren engagiert sich der Dresdner Geschichtsverein für einen lebendigen, wissenschaftlich fundierten Umgang mit der Dresdner Stadt- und Regionalgeschichte. Im vielstimmigen Chor derjenigen Personen und Institutionen, die enthusiastisch, arbeitsteilig und kontrovers das Gedächtnis unserer Stadt prägen, ist er eine unverzichtbare Größe.
Wir blicken zurück ins Vergangene aus Interesse an der Gegenwart und Zukunft unseres Gemeinwesens, ohne die Stadt- und Kulturgeschichte zur Legitimation gegenwärtiger Interessen zu missbrauchen oder gar zu politisieren. Als Teil einer lebendigen demokratischen Bürgergesellschaft ist der Verein nur insofern »politisch«, als er sich mit Sachverstand und klarem Standpunkt in aktuelle (erinnerungs-)politische Debatten Dresdens einmischt. Einer oberflächlichen Politisierung des historischen Erbes tritt er mit Wissen und Engagement entgegen.

Außerdem möchten wir in Vorträgen, Podiumsdebatten und Kolloquien bestimmte Diskurse und Dispute der Wissenschaft für eine interessierte Öffentlichkeit aufbereiten. Damit soll das Wissen von Spezialisten bekannt und im Streit der Meinungen zur Diskussion gestellt werden. Nur auf solche Weise können die Kompetenzen und Wissensbestände professioneller Forschung Teil eines lebendigen Geschichtsbewusstseins in der Gesellschaft werden. Dieser Intention sind auch die »Dresdner Hefte« als seriöse Publikumszeitschrift verpflichtet.

In dieser Haltung lebt der Gründungsimpuls des Vereins vom Oktober 1991 fort, als es darum ging, die Geschichte Dresdens ohne ideologische Scheuklappen, möglichst vorurteilsfrei und im fairen, doch streitbaren Dialog mit allen Mitbürgern neu und anders (fort-) zuschreiben.

»Reflexive Vergangenheitsaneignung« von Karl-Siegbert Rehberg


Die Arbeit des Geschichtsvereins

Etwa 15 Veranstaltungen pro Jahr (Führungen, Vorträge, Podiumsgespräche, Exkursionen, Filmabende) bietet der Dresdner Geschichtsverein an, dem heute ca. 240 Mitglieder angehören. Dazu kommt – meist im Herbst – ein thematisches Kolloquium zur Stadtgeschichte.

Daneben wurden vom Verein im Laufe der Jahre mehrere Arbeitsgruppen initiiert. Die AG Stadtteilgeschichte ist ebenso wie der Vereins selbst im Stadtmuseum beheimatet. Eine Kooperation mit diesem renommierten Museum gehört ohnehin zu unserem  Selbstverständnis.

Aus zwei anderen  Arbeitsgruppen haben sich längst eigenständige und erfolgreiche Dresdner Vereine entwickelt:

  • Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. (ex AG Neumarkt)
  • Städtische Galerie Dresden (ex AG Dresdner Kunst)

Der Geschichtsverein war 2002 Herausgeber der ersten neuen Stadtgeschichte nach der Wende. Er war u.a. als Veranstalter von Jahreskolloquien intensiv beteiligt an der Erarbeitung der zum Stadtjubiläum 2006 erschienenen dreibändigen »Geschichte der Stadt Dresden«.


Dabei sein ist alles

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Der Vorstand des Geschichtsvereins

Im Vorstand des Dresdner Geschichtsvereins arbeiten ehrenamtlich Wissenschaftler und Fachleute unterschiedlicher Bereiche mit.

Vorsitzende

Dr. Uta Neidhardt
Kunsthistorikerin
Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Stellvertretende Vorsitzende

Dr. Erika Eschebach
Historikerin
Direktorin des Stadtmuseums Dresden


Dr. Konstantin Hermann
Historiker/Bibliothekar
Abteilungsleiter Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek

Schatzmeister

Dieter Hoefer
Wirtschaftswissenschaftler

Beisitzer

Prof. Dr. Matthias Herrmann
Musikwissenschaftler
Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber«


Prof. Dr. Winfried Müller
Historiker
Professor für Sächsische Landesgeschichte TU Dresden
Direktor des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. Dresden


Gisela Hoppe
Diplomhistorikerin
Facharchivarin Stadtarchiv Dresden


Dr.-Ing. Walter May
Architekturhistoriker


Hans-Peter Lühr
Publizist